Ein Herz für besondere „Felle“

 

Wir lieben Hunde

Unsere Arbeit mit Handicap – Hunden

Hatten Sie auch schon eine faszinierende Begegnung mit einem dreibeinigen Hund, der ohne erkennbare Beeinträchtigung über eine Wiese tobt? Oder mit einem erblindeten Vierbeiner? Selbstsicher und scheinbar ohne Probleme behält er die Orientierung.
Es ist erstaunlich wie gut viele Tiere Ihr Handicap kompensieren können.

Doch leider gelingt das nicht allen Fellnasen so gut. Sie benötigen dann unbedingt menschliche Unterstützung und liebevolles Training.

Die Arbeit mit Hunden, die durch ein Handicap beeinträchtigt sind, ist mit sehr viel Geduld, Vertrauen und Liebe zum Tier verbunden. Dabei ist es in den meisten Fällen gar nicht so wichtig, wie es zu den Beeinträchtigungen gekommen ist. Egal ob der Hund beispielsweise seine Sehkraft durch eine Krankheit verloren hat, oder ob er durch Isolation in der Prägephase an einem Mangelsyndrom leidet. Viel wichtiger ist es für uns Menschen und ganz besonders für die Halter zu verstehen, dass Hunde im Hier und Jetzt leben und kein Mitleid erwarten.

Trainigsziele

Deshalb ist das Ziel unseres Trainings, dem Menschen den richtigen Umgang mit dem Hund zu vermitteln. Dazu gehört es auch, dem Hund die nötige Sicherheit und das Selbstvertrauen für seinen Hundealltag mitzugeben.
Hierzu setzen wir den therapeutischen Parcour ein. In der Vergangenheit haben wir bereits erlebt, welche Fortschritte Hunde machen, wenn Reize und Übungen gezielt eingesetzt werden.

Die Arbeit am Parcour

Der Parcour ist ein ergänzendes Angebot zum täglichen Training.

Um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen und die Besitzer im Alltag zu unterstützen, erstellen wir einen auf alle Beteiligten genau abgestimmten Trainingsplan.
Dabei ist es besonders wichtig in einem an die Einschränkung angepassten Tempo zu arbeiten. Der Hund soll weder unter- noch überfordert wird.

Gehandicapte Hunde und ihre Besitzer brauchen viel mehr Aufmerksamkeit von uns Trainern. Nur im Einzeltraining können wir genau auf diese Bedürfnisse eingehen.
Bei Bedarf und nach Absprache fördern wir auch Begegnungen mit anderen Hunden.

Lesen Sie hier mehr über unsere spannenden Begegnungen mit einigen besonderen Fellnasen:

Ruby – Vollgas auf drei Beinen

Rubie

 

 

 

 

 

 

 

Terrier Ruby lebte, bevor er nach Deutschland kam, als Straßenhund in Rumänien. Er hat ein besonderes Handicap: ihm fehlt ein Bein. Dass er deswegen auch noch von jedem bedauert wurde, machte seine Situation nicht gerade leichter. Er konnte nie „richtig“ Hund sein und das hat sein Verhalten geprägt.
Sein fehlendes Vertrauen zu Mensch und Hund hat er sehr deutlich gezeigt!

Durch unsere geduldige Arbeit mit Ruby und seinen Menschen konnten wir eine Menge lernen.  Ruby hat uns allen bewiesen, dass auch ein Hund mit Handicap ausgelassen toben und mit Artgenossen sowie Menschen prima zurechtkommen kann.

Danke Ruby, dass wir dir helfen durften – und dass auch du uns geholfen hast!

Jake – blindes Verständnis

Akita Mischling Jake war schon fast völlig erblindet, als wir ihn kennenlernten. Er musste aufgrund einer schweren Erkrankung lernen, sich ohne sein Augenlicht in seiner Umwelt zurechtzufinden.
Durch viel Training, Konsequenz und Ausdauer haben wir es gemeinsam erreicht, zwischen Jake und seinem Frauchen ein blindes Vertrauen zu schaffen.

Heute hat Jake, trotz Handicap, ein wundervolles Hundeleben.

Sunny – Begegnung mit dem Deprivationssyndrom

Sunnys Verhalten war sehr auffällig und ließ sich mit den üblichen Erziehungsmaßnahmen nicht beeinflussen. Scheinbar ohne äußeren Anlass vollführte sie panische Richtungswechsel. Sie ließ sich während eines Spaziergangs einfach fallen – und man konnte sie auch nicht mehr zum Weitergehen bewegen.
Zudem wurde sie auch noch von Panikattacken geplagt. Als Sunny zu uns kam, hatte sie bereits eine Odyssee hinter sich und ihre Besitzer waren verzweifelt. Sunny litt ohne Zweifel am Deprivationssyndrom.

In Sunnys Fall suchten wir die Zusammenarbeit mit einer Tier-Heilpraktikerin. So konnten wir das Problem von mehreren Seiten angehen. Unser Anteil an der Problemlösung war die Ausarbeitung und Umsetzung eines auf die Erkrankung abgestimmten Trainingsplans. Wiederholtes Training in gewohnter und ungewohnter Umgebung, intensive Arbeit an unserem therapeutischen Parcour, sowie Geduld und Liebe ihrer Besitzer waren der Schlüssel. So gelang es uns gemeinsam Sunny ein fast vollständig normales Hundeleben zu ermöglichen.

Diese Erkrankung ist chronisch und an manchen Tagen scheint Sunny das Erlernte einfach vergessen zu haben. Aber diese Ausfälle werden seltener und die Fortschritte sind eindeutig erkennbar.

Jeder Tag den Sunny entspannt erleben darf ist ein Beweis dafür, dass sich Geduld und Hingabe bei jedem Hund lohnen.

Pelles erstarrte Welt

Einen Hund, der ein Verhalten wie Pelle an den Tag legte, hatten selbst wir in unserer bisherigen Zeit als Trainer noch nicht erlebt. Pelle kam auf unser Trainingsgelände – und erstarrte.
Zwar zuckte er bei jedem noch so leisen Geräusch zusammen, zeigte jedoch keinerlei Fluchtverhalten. Wir hatten den Eindruck, dass er seine Hundenatur überhaupt nicht auslebte. Er schien in seiner eigenen Welt zu leben.

Uns war sofort klar, dass Pelle mit sehr viel Geduld an das Training herangeführt werden musste.
Auch in seinem Fall ging unser Plan auf. Nach einiger Zeit wurde Pelle immer vertrauter mit seinem Frauchen und dem therapeutischen Parcour.
Mit jedem Besuch ist seine Freude gewachsen, die Geräte und das Trainingsgelände zu erkunden.
Wahrscheinlich wird Pelle seine Ängste niemals vollständig verlieren.

Die ausdauernde Umsetzung unseres Trainingsplans und die liebevolle Fürsorge seines Frauchens werden ihm dabei helfen, ein schönes Hundeleben zu führen.

Cora im Bewachungsmodus

Bei unserer ersten Begegnung machte mir Cora bellend klar, dass sie in keiner Weise die Absicht hatte, mich auf das Grundstück ihrer Besitzer zu lassen. Nach ein paar Minuten beruhigte sie sich etwas. So konnte ich die Terrasse betreten und mich auf einen Stuhl setzen. Um ihr Verhalten zu testen, stand ich einige Male auf.
Sofort bewachte Cora jeden meiner Schritte unterlegt mit Knurren und Bellen.
Als ich mich wieder setzte, schien Cora sich zu entspannen. Sie ließ mich jedoch keinen Moment aus den Augen.

Diese Prozedur wiederholte ich ein paar Mal. Das Ergebnis war immer das Gleiche.
Beim kleinsten Schritt schaltete Cora sofort wieder in den Bewachungsmodus.
Um die Situation auch für die Besitzer zu entspannen, unterhielt ich mich fast beiläufig und betont ruhig mit ihnen.
Denn niemand konnte mit Sicherheit sagen, ob es Cora nur um die Kontrolle ging oder ob sie nicht doch einmal ihre Zähne zum Einsatz bringen würde.

Nach einigen weiteren Versuchen, kam ich immer mehr zu der Erkenntnis, das Cora ihre Unsicherheit durch eine große Show zu kompensieren versuchte. Also bewegte ich mich von ihr weg, nur um plötzlich auf dem Absatz umzukehren und ihr mit sicherem Gang entgegen zu kommen. Dass ich mich nicht von ihr einschüchtern ließ, wurde Cora dadurch klar und sie stellte ihre Bewachungsaktivitäten ein.

Den richtigen Weg finden

Nach einem ausführlichen und aufklärenden Gespräch mit Coras Besitzern war der einzig richtige Weg für Cora klar. Intensives und ausdauerndes Training mit positiver Bestärkung der erwünschten Verhaltensweisen. Coras Verhalten im Garten besserte sich daraufhin deutlich. Ihre Besitzer konnten wieder ohne Angst Besuch empfangen.

Was im Garten klappte, funktionierte im Büro leider noch nicht.

Es dauerte eine Weile bis mir klar wurde, was dieses Verhalten im Büro auslöste. Die Türklingel in Verbindung mit dem Türdrücker waren offensichtlich Coras Startsignal.
Beim ertönen dieser Geräusche raste Cora zur Tür um jeden Ankömmling lautstark zu verbellen.

Auch in diesem Fall ist es uns durch intensives Training und positive Konditionierung gelungen, Cora beizubringen das Klingeln zu ignorieren und entspannt zu bleiben.
Aufgrund dieser positiven Veränderungen gelang es den Besitzern mit unserer Unterstützung, vorausschauenden Übungen und gezielten Trainingseinheiten, Cora insgesamt in einen entspannten und gelasseneren Zustand zu bringen.

Inzwischen schafft sie es sogar, andere Hunde zu ignorieren, was die gemeinsamen Spaziergänge auch für ihre Besitzer wesentlich angenehmer gestaltet.

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